wie Ihr sicher wisst ist unser Sohn Nikita Autist. Nikita ist fast 5 Jahre alt. Er konnte bis vor kurzen überhaupt nicht sprechen, nicht lachen, ließ sich nicht anfassen, und spielte stundenlang nur mit sich alleine, kurz: er war total unzugänglich. Nikitas Erkrankung begann nach einer Hirnhautentzündung, die er im Alter von anderthalb Jahren hatte. Vorher war er ein normal entwickeltes Kind. Autismus gilt in Deutschland als nicht heilbar, wird auch von vielen Ärzten und Therapeuten nicht verstanden und die betroffenen Kinder werden seit neuesten durch Inklusionsprogramme in die Normgesellschaft einverleibt ohne das auf ihre individuellen Bedürfnisse viel Rücksicht genommen wird. Die Förderung ist im weltweiten Vergleich unterentwickelt. Plätze in Spezialkindergärten und Schulen gibt es kaum, alle sind überfordert. Nikitas derzeitige Therapie (die ja auch der Vorbereitung auf die Schule dienen soll) beinhaltet 1 x Ergotherapie und 2 x Logopädie pro Woche, jeweils 45 Minuten. Wahnsinn! Seit Juni dieses Jahres machen wir in Zusammenarbeit mit dem Verein „Artists Meet Autism e.V.“ das Spielraum-Therapieprogramm „AuJA! – Autismus akzeptieren und handeln“, welches seine Wurzeln in Amerika hat und dort unglaubliche Erfolge zeigt. Ziel ist es, das autistische Kind mit all seinen merkwürdigen Verhaltensweisen so zu akzeptieren, wie es ist und ihm durch spezielle Spiel- und Interaktionsangebote zu zeigen, dass Kommunikation und Interaktion Spaß machen und bei der Durchsetzung eigener Interessen hilfreich sind.
Nikita macht nun seit 3 Monaten beinahe täglich 1-1,5 h Spielraum. In dieser Zeit hat sich Erstaunliches ereignet. Er hat einige Wörter gelernt, was aber wichtiger ist, er zeigt uns nonverbal was er möchte, ist ruhiger geworden, kuschelt mit uns, lässt Spiele mit anderen Kindern zu und guckt uns an. Er lacht, rennt nicht mehr einfach weg oder auf befahrene Straßen und nimmt immer mehr am Familienleben teil.
Das Spielraumprogramm ist sehr intensiv und wir schaffen es nicht ohne Helfer. Drei feste Helferinnen und Helfer pro Woche übernehmen die Spielzeit. Dadurch haben wir auch Zeit für unseren anderen Sohn Atari, der dieses Jahr eingeschult wurde. Die Helfer werden momentan für 5 Stunden pro Woche vom Jugendamt bezahlt. Das reicht uns aber nicht. Da der Spielraum so erfolgreich ist, wollen wir ihn für 1-2 h täglich absichern. Ziel soll sein, bis zum nächsten Sommer 14-20 Stunden pro Woche zu finanzieren. Dazu müssen wir die Helfer aus eigener Tasche bezahlen, was wir auch gerne tun.
Ab Dezember wird ein weiteres Therapiekonzept eingeführt, welches ebenfalls privat finanziert werden muss, da die Kassen wie immer nichts übernehmen. Wir möchten das an der Universität Tübingen bereits etablierte Neurofeedback anwenden und erhoffen uns davon große Erfolge bei der Sprachentwicklung.
Um die bisher erfolgreichen privaten Therapien weiter führen und ausbauen zu können, brauchen wir mehr Geld als wir momentan durch unsere Jobs einnehmen. Wir wollen uns nicht mit zweimal die Woche Logo als ganzes kassenfinanziertes Therapiekonzept zufrieden geben. Die Chancen, dass Niki sprechen lernt und vielleicht sogar die Regelschulfähigkeit erreicht stehen nicht schlecht.
Wir haben lange überlegt ob wir einen Spendenaufruf starten sollen und haben uns aber immer unwohl dabei gefühlt, nach Geld zu fragen. Statt dessen haben wir uns überlegt, ein Benefiz-Auktionsaccount für Nikita bei Ebay einzurichten. http://myworld.ebay.de/benefiz.fuer.nikita/ Dort wollen wir gestiftete, geschenkte, überlassene Gegenstände aller Art versteigern. Die Einnahmen sollen dann auf ein eigens für Nikita eingerichtetes Konto gehen.
Wir freuen uns über jeden, der uns irgendetwas verkaufbares aus seinem Keller oder seiner Kruschelecke, oder auch Kleidung die noch zu verkaufen ist, spenden würde. Um unkompliziert zu bleiben, reicht es uns, wenn ihr eine E-Mail mit einem Foto des Gegenstandes und eine realistische Versandkosteneinschätzung schickt. Wir stellen den Gegenstand ein und wenn er verkauft wird, verschickt ihr ihn. Die Versandkosten überweisen wir Euch dann zurück. Für eventuelle Verbesserungsvorschläge, was dieses Prozedere betrifft sind wir auch dankbar.
Ganz besonders freuen würden wir uns, wenn die Künstler unter euch, ein Exemplar Ihres Werkes spenden würden. Alles ist willkommen. Wir sind gespannt und freuen uns schon.
Wer trotzdem gegen eine Spendenquittung (steuerlich absetzbar) direkt spenden will, kann dies auf das Vereinskonto tun:
Artists meet Autism e.V.
Konto 1072200
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 10020500
Verwendungszweck „für Nikita“ + eure Adresse für die Spendenquittung
Auf der Homepage www.auja.org könnt Ihr Euch ein Bild von der Arbeit machen. Alle Gelder, die auf dieses Spendenkonto gehen können von uns nur gegen die Vorlage von Rechnungen für Therapien und Hilfsmittel abgerufen werden. Wir verbraten die Kohle also nicht auf Bali. ;o).
Das Benefizauktionskonto wird dauerhaft bestehen. Wer also jetzt noch nicht sicher ist, ob er mitmachen will, kann sich das zu jeden anderen Zeitpunkt auch anders überlegen. (Zum Beispiel wenn die Weihnachtsgeschenke doof sind.) Wir würden uns auf jeden Fall freuen, wenn ihr uns unterstützt und auch eurer Familie, euren Bekannten und Kollegen von uns und unserem Anliegen berichtet. Wer mehr über Nikita wissen möchte: Einfach fragen! E-Mails mit Fotos eurer Stiftungen bitte an moersel@web.de.
Vielen Dank
Spider, Sabine, Atari und Nikita